Ratgeber · Bodenklassen
Bodenklassen und Homogenbereiche einfach erklärt
In älteren Unterlagen stehen Bodenklassen von 1 bis 7. Heute beschreibt das Gutachten Boden und Fels in Homogenbereichen. Hier steht, was das bedeutet und warum es Sie betrifft.
Die alten Bodenklassen 1 bis 7
Bis 2015 teilte die Norm für Erdarbeiten (DIN 18300 in der VOB Teil C) Boden und Fels danach ein, wie schwer sie sich lösen lassen:
| Klasse | Bezeichnung |
|---|---|
| 1 | Oberboden |
| 2 | Fließende Bodenarten |
| 3 | Leicht lösbare Bodenarten |
| 4 | Mittelschwer lösbare Bodenarten |
| 5 | Schwer lösbare Bodenarten |
| 6 | Leicht lösbarer Fels und vergleichbare Bodenarten |
| 7 | Schwer lösbarer Fels |
Seit 2015: Homogenbereiche
Mit der Ausgabe August 2015 der DIN 18300 wurden die Bodenklassen durch Homogenbereiche ersetzt. Die VOB/C 2016 hat das übernommen. Der Grund: Vorher wurde derselbe Boden in verschiedenen Normen unterschiedlich beschrieben, etwa für Aushub, Laden, Transport und Bohren.
Ein Homogenbereich ist ein Abschnitt im Boden oder Fels, der sich für die jeweiligen Arbeiten ähnlich verhält. Er wird nach dem Zustand vor dem Lösen festgelegt und mit Kennwerten beschrieben, zum Beispiel Korngrößen, Konsistenz, Lagerungsdichte, Wassergehalt und Anteil an Steinen.
Was das für Sie bedeutet
Der Tiefbauer braucht die Homogenbereiche für sein Angebot zum Aushub. Je genauer sie beschrieben sind, desto besser lassen sich Angebote vergleichen und desto weniger Streit gibt es später über Mehrkosten. Fels oder viele Steine machen den Aushub aufwendiger.
Die alten Klassen lassen sich nicht eins zu eins in Homogenbereiche übersetzen. Fragt Ihr Tiefbauer noch nach einer Bodenklasse, geben Sie ihm das Gutachten. Manche Büros nennen zur Orientierung zusätzlich die frühere Klasse. Fragen Sie danach, wenn Sie das brauchen.
Die Kürzel im Gutachten
Im Gutachten stehen oft Kürzel wie GW, SE oder TL. Sie stammen aus der Einteilung der Bodengruppen nach DIN 18196. Der erste Buchstabe sagt, woraus der Boden vor allem besteht:
- G = Kies, S = Sand, U = Schluff, T = Ton, O = organische Anteile, H = Torf
- Der zweite Buchstabe beschreibt die Körnung oder Plastizität, zum Beispiel W = weit gestuft, E = eng gestuft, L, M und A = leicht, mittel und ausgeprägt plastisch.
TL ist also ein leicht plastischer Ton, SE ein eng gestufter Sand.
Frostempfindlichkeit
Für die Gründung zählt auch, wie stark ein Boden auf Frost reagiert. Gutachten nennen dafür meist die Klassen F1 (nicht frostempfindlich), F2 (gering bis mittel frostempfindlich) und F3 (sehr frostempfindlich). Danach richtet sich unter anderem, wie tief Fundamente oder eine Frostschürze reichen müssen.
Häufige Fragen zu Bodenklassen
Mein Tiefbauer fragt nach der Bodenklasse. Was sage ich ihm?
Geben Sie ihm das Gutachten. Darin stehen die Homogenbereiche mit ihren Kennwerten. Manche Büros nennen zur Orientierung zusätzlich die frühere Bodenklasse. Fragen Sie danach, wenn Ihr Tiefbauer das braucht.
Warum ist Fels beim Aushub teurer?
Fester Fels lässt sich nicht einfach mit der Baggerschaufel lösen. Oft braucht es schwereres Gerät, etwa einen Meißel. Das kostet Zeit und erhöht den Preis der Erdarbeiten.
Bodengutachten mit Homogenbereichen anfragen
Ein Formular, etwa zwei Minuten. Höchstens drei Fachbüros melden sich mit einem Angebot. Für Sie kostenlos.
Weiterlesen
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Quellen: DIN 18300 (VOB/C), Ausgaben 2015 und 2016, nach Fachbeiträgen von Forum Verlag, Bauprofessor und Zentralverband Deutsches Baugewerbe; DIN 18196 (Bodenklassifikation); ZTV E-StB (Frostempfindlichkeitsklassen). Allgemeine Informationen, keine Fachberatung.