Ratgeber · Versickerung

Versickerungsgutachten: wann Sie es brauchen

Viele Gemeinden verlangen, dass Regenwasser auf dem Grundstück versickert. Dann muss vor Ort gemessen werden, wie durchlässig Ihr Boden ist. Das lässt sich mit dem Bodengutachten verbinden.

Wann ein Versickerungsnachweis nötig ist

Ob Regenwasser auf Ihrem Grundstück versickern muss, steht meist im Bebauungsplan oder in der Entwässerungssatzung der Gemeinde. Gibt es keinen Kanal für Regenwasser, bleibt oft nur die Versickerung. Fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach, bevor Sie das Gutachten anfragen.

Was gemessen wird: der kf-Wert

Für den Versuch wird ein Bohrloch oder eine kleine Grube mit Wasser gefüllt. Dann misst das Büro, wie schnell das Wasser im Boden verschwindet. Daraus berechnet es den Durchlässigkeitsbeiwert, kurz kf-Wert, in Metern pro Sekunde.

Je kleiner der Wert, desto langsamer versickert das Wasser. Kies und Sand lassen Wasser schnell durch, Lehm und Ton nur langsam. Als geeignet für eine Versickerung gilt nach dem Regelwerk der DWA (Arbeitsblatt DWA-A 138) etwa ein Bereich von 5 · 10⁻⁶ bis 5 · 10⁻³ m/s.

Was außerdem in die Planung eingeht

Mit diesen Angaben wird die Anlage bemessen, also wie groß eine Mulde oder Rigole sein muss. Wer das übernimmt, hängt vom Auftrag ab: das Bodenbüro, Ihr Planer oder ein Fachbetrieb. Klären Sie das, bevor Sie Angebote vergleichen.

Bayern: erlaubnisfrei unter Bedingungen

In Bayern kann Regenwasser unter bestimmten Bedingungen ohne wasserrechtliche Erlaubnis versickert werden. Grundlage sind die Niederschlagswasserfreistellungsverordnung (NWFreiV) und die zugehörigen technischen Regeln (TRENGW). Laut Bayerischem Landesamt für Umwelt gilt unter anderem:

Ob die Bedingungen erfüllt sind, prüfen Bauherr und Planer selbst und tragen dafür die Verantwortung. Manche Behörden verlangen dazu eine schriftliche Erklärung des Bauherrn. Sind die Bedingungen nicht erfüllt, brauchen Sie eine Erlaubnis vom Landratsamt.

Was der Versuch kostet

Als Zusatzleistung zum Bodengutachten kostet ein Versickerungsversuch nach öffentlich genannten Preisen etwa 250 bis 950 € inklusive Mehrwertsteuer (200 bis 800 € netto). Weil das Büro ohnehin auf dem Grundstück ist, lässt sich der Versuch mit den Bohrungen verbinden. Alle Spannen finden Sie unter Was kostet ein Bodengutachten?

Was Sie im Formular angeben

Im Formular fragen wir, ob Regenwasser auf dem Grundstück versickern muss. Wählen Sie „ja“, „nein“ oder „weiß nicht“. Laden Sie den Bebauungsplan hoch, wenn Sie ihn haben. Dann können die Büros den Versuch gleich mit anbieten.

Häufige Fragen zur Versickerung

Was ist der kf-Wert?

Der Durchlässigkeitsbeiwert des Bodens in Metern pro Sekunde. Er sagt, wie schnell Wasser im Boden versickert. Je kleiner der Wert, desto langsamer. Gemessen wird er bei einem Versickerungsversuch auf dem Grundstück.

Kann ich den Versickerungsversuch auch ohne Bodengutachten beauftragen?

Das ist möglich. Planen Sie ohnehin ein Bodengutachten, ist es meist sinnvoll, beides zusammen zu beauftragen, weil das Büro dann nur einmal auf das Grundstück kommt.

Was passiert, wenn der Boden zu dicht ist?

Dann reicht eine einfache Versickerung oft nicht. Je nach Satzung kommen etwa eine größere Anlage, ein Speicher mit gedrosseltem Ablauf oder eine andere Lösung in Frage. Was zulässig ist, klären Sie mit Gemeinde oder Landratsamt.

Versickerung gleich mit anfragen

Im Formular angeben, dass Regenwasser versickern muss. Höchstens drei Fachbüros melden sich mit einem Angebot. Für Sie kostenlos.

Angebote anfordern

Weiterlesen

Quellen: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Erlaubnisfreie Versickerung (NWFreiV, TRENGW); DWA-Arbeitsblatt A 138 (Angabe nach einem Gemeinde-Versickerungsgutachten); Antragsunterlagen von Gemeinden zur Versickerung. Preise: Zusammenfassung öffentlich genannter Preise, Stand 10/2026. Allgemeine Informationen, keine Fachberatung.