Ratgeber · Ablauf

Bodengutachten: Ablauf und Dauer

Von der Beauftragung bis zum fertigen Bericht vergehen meist zwei bis sechs Wochen. Auf dem Grundstück selbst dauert die Arbeit oft nur einige Stunden.

Die Schritte im Überblick

Die Zeitangaben stammen von Anbietern und Ratgebern. Sie sind Richtwerte. Wie schnell es bei Ihnen geht, hängt vor allem davon ab, wann das Büro einen Termin frei hat.

  1. Anfrage und Angebot: Sie beschreiben Vorhaben und Grundstück, das Büro schickt ein Angebot. Bis zur Beauftragung und Terminplanung vergehen oft zwei bis fünf Tage.
  2. Termin vor Ort: Auf den Termin warten Sie häufig ein bis drei Wochen. Die Arbeit auf dem Grundstück dauert meist wenige Stunden, höchstens etwa einen Tag.
  3. Labor: Die Proben werden untersucht. Das dauert einige Tage bis zwei Wochen.
  4. Bericht: Das Büro wertet alles aus und schreibt das Gutachten. Rechnen Sie mit einer bis drei Wochen nach dem Labor.

Was auf dem Grundstück passiert

Für ein Einfamilienhaus macht das Büro in der Regel zwei bis vier Kleinbohrungen und oft ein bis zwei Rammsondierungen, meist 5 bis 8 m tief. Das Gerät ist klein, braucht aber eine einfache Zufahrt.

Rammkernsondierung (Kleinbohrung)

Ein hohles Gestänge wird in den Boden gerammt und wieder gezogen. Es bringt einen Bodenkern mit. Daran sieht das Büro den Schichtaufbau, die Bodenart und ob Grundwasser ansteht. Aus dem Kern nimmt es Proben fürs Labor.

Rammsondierung

Eine Spitze wird mit einem festgelegten Gewicht in den Boden geschlagen. Gezählt wird, wie viele Schläge je 10 cm nötig sind. So entsteht ein durchgehendes Profil: Wie fest ist der Boden gelagert, wo liegen lockere oder aufgefüllte Schichten, wo beginnt tragfähiger Grund? Proben liefert die Rammsondierung nicht.

Einmessen und Zusatzleistungen

Die Bohrpunkte werden nach Lage und Höhe eingemessen, damit sie sich dem Gebäude zuordnen lassen. Ist ein Versickerungsversuch beauftragt, wird ein Bohrloch mit Wasser gefüllt und gemessen, wie viel versickert. Daraus ergibt sich die Durchlässigkeit des Bodens, der kf-Wert. Proben für die Analyse des Aushubs können oft gleich bei den Bohrungen genommen werden.

Was im Labor untersucht wird

Typisch sind Korngrößen, Wassergehalt, Konsistenzgrenzen und Durchlässigkeit. Daraus leitet das Büro die Bodenkennwerte ab, mit denen der Statiker rechnet.

Was im Bericht steht

So bereiten Sie sich vor

Wann Sie beauftragen sollten

Am besten vor dem Grundstückskauf, spätestens bevor Sie einen Festpreisvertrag mit der Haus- oder Kellerfirma unterschreiben. Weil der Bericht einige Wochen braucht, lohnt es sich, früh anzufragen. Wie eine Untersuchung vor dem Kauf abläuft, lesen Sie unter Bodengutachten vor dem Grundstückskauf.

Häufige Fragen zum Ablauf

Wie lange dauert ein Bodengutachten?

Meist zwei bis sechs Wochen von der Beauftragung bis zum fertigen Bericht. Die Arbeit auf dem Grundstück dauert meist nur einige Stunden.

Wie tief wird gebohrt?

Beim Einfamilienhaus meist 5 bis 8 m, je nach Vorhaben und Boden. Wie tief es nötig ist, legt das Fachbüro fest.

Was braucht das Büro für ein Angebot?

Vor allem, ob Sie mit Keller oder Bodenplatte bauen, die ungefähre Grundfläche und die Lage des Grundstücks. Ein Lageplan mit Geländehöhen hilft, ebenso die Angabe, ob ein kleines Bohrgerät auf das Grundstück kommt.

Früh anfragen, Termin sichern

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben in etwa zwei Minuten. Höchstens drei Fachbüros melden sich mit einem Angebot. Für Sie kostenlos.

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Quellen: Zeitangaben nach Erdbaron („Baugrundgutachten Kosten/Pflicht“) und bodenrichtwerte-deutschland.de („Baugrunduntersuchung“); Leistungsumfang nach OWS Ingenieurgeologen; Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-2. Allgemeine Informationen, keine Fachberatung.